Prüfsteine für die Kommunalpolitik

Während des langen Wahlkampfes im Rahmen des Bürgerentscheids haben Stadtverwaltung und Gemeinderat viele Aussagen über die künftige Schulentwicklung getroffen, großteils gut dokumentiert in der Lokalpresse. An diesen Aussagen wird man sich jetzt messen lassen müssen. Wir als BI zweifeln große Teile davon an und werden die weitere Entwicklung genau beobachten und kommentieren. Aus diesem Grund formulieren wir hier unsere Prüfsteine für die Kommunalpolitik:

Die Schließung der HS Klostergarten und der Umzug der Eschenried-Realschule sparen jährlich 411.000 EUR ein
Bei Betrachtung der Betriebskosten beider Schulen sind solche Beträge nicht zu erzielen, die Stadtverwaltung rechnet sich hier Zinsersparnisse schön, deren endgültige Höhe ncht fest steht.
Die eingesparten Mittel werden auch weiterhin für soziale Zwecke eingesetzt
Das ist wohlfeil, weil kaum überprüfbar.
Der Verkauf des Eschenried-Geländes verspricht Einnahmen von ca. 6 Millionen Euro
Das ist zum Einen Spekulation, zum Anderen müssen davon die Kosten für die Sanierung des Grundstücks und den Umzug der Realschule samt eventuell erforderlicher Umbauten im Klostergarten abgezogen werden - am Ende womöglich ein Nullsummenspiel.
Die Schließung der HS Klostergarten ermöglicht eine dauerhaft stabile Zweizügigkeit der verbleibenden Werkrealschulen
Das ist kurzfristig gedacht. Die Schülerzahlen werden weiter zurückgehen, schon im Schuljahr 2010/2011 können wahrscheinlich an den drei verbleibenden Schulen nicht durchgängig zwei fünfte Klassen eingerichtet werden.
Die pädagogischen Glanzlichter der HS Klostergarten bleiben erhalten, die Konzepte können ohne Weiteres an anderen Schulen übernommen werden
Das Gegenteil ist der Fall, schon jetzt setzt die Rosinenpickerei ein: renommeeträchtige Konzepte wie die Kooperationsklasse werden gerne übernommen, schwierige Projekte wie die Kleine Klasse, für die Räume und Deputate vorgehalten werden müssen, sind Ladenhüter
Die Schließung einer Grundschule ist vom Tisch
Das bleibt abzuwarten, die Fraktion der Grünen setzt sich weiterhin für einen entsprechenden Prüfauftrag ein. Und die von OB und Kulturamt aufgrund der Senkung des Klassenteilers vermuteten 11 zusätzlichen Grundschulklassen sehen wir auch noch nicht.
Der Platz an den anderen Schulen reicht problemlos aus, um die Schüler der HS Klostergarten aufzunehmen
Unserer Meinung nach ist zumindestens die WRS Goldberg zu klein, um das zu gewährleisten. Gibt es teure Erweiterungsbauten?
Die Eschenried-Realschule läßt sich problemlos in den Gebäuden der HS am Klostergarten unterbringen
Das glauben wir so nicht. Zusätzlich zur höheren Klassenzahl im Vergleich zur Hauptschule benötigt eine Realschule ja auch ganz andere Fachräume, z.B. für Chemie oder Physik. Wir rechnen mit teuren Erweiterungen, ggf. auch auf Kosten der benachbarten Grundschule
Die Werkrealschule ist ein erfolgreiches und beständiges Konzept
Dazu warten wir einfach mal die kommende Landtagswahl ab. Es gibt viele Gründe, warum sich die meisten Bundesländer dem WRS-Konzept nicht angeschlossen haben
Auch nach Schließung der HS Klostergarten bleibt die erfolgreiche Sozialarbeit in der Innenstadt erhalten
Das würde dann die Einrichtung einer entsprechenden Stelle in der Innenstadt bedeuten, mit entsprechenden Folgekosten.